{"id":82,"date":"2019-12-16T14:40:44","date_gmt":"2019-12-16T13:40:44","guid":{"rendered":"http:\/\/sozialerwohnungsbaule.noblogs.org\/?page_id=82"},"modified":"2019-12-16T14:40:44","modified_gmt":"2019-12-16T13:40:44","slug":"studie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/sozialerwohnungsbaule.noblogs.org\/?page_id=82","title":{"rendered":"Studie"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr Leipzig fehlen 46.101 leistbare Wohnungen, dies ist das <a href=\"https:\/\/www.boeckler.de\/pdf_fof\/100892.pdf\">Ergebnis einer Studie<\/a> im Auftrag der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung. Hier die Zusammenfassung:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-83 size-full\" src=\"https:\/\/sozialerwohnungsbaule.noblogs.org\/files\/2019\/12\/Miet.png\" alt=\"\" width=\"1136\" height=\"803\" srcset=\"https:\/\/sozialerwohnungsbaule.noblogs.org\/files\/2019\/12\/Miet.png 1136w, https:\/\/sozialerwohnungsbaule.noblogs.org\/files\/2019\/12\/Miet-300x212.png 300w, https:\/\/sozialerwohnungsbaule.noblogs.org\/files\/2019\/12\/Miet-768x543.png 768w, https:\/\/sozialerwohnungsbaule.noblogs.org\/files\/2019\/12\/Miet-1024x724.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1136px) 100vw, 1136px\" \/><\/p>\n<p><strong>Wie wirken Mietpreisbremse, Sozialer Wohnungsbau, Wohngeld? Neue Studie untersucht 77 Gro\u00dfst\u00e4dte von Aachen bis W\u00fcrzburg<\/strong><\/p>\n<p>Wohngeld, finanzielle F\u00f6rderung von Sozialwohnungen und die Mietpreisbremse \u2013 das sind die drei zentralen Instrumente, mit denen der deutsche Staat versucht, Wohnen auch f\u00fcr Menschen mit geringeren Einkommen bezahlbar zu machen. Derzeit erreicht keines die gesetzten Ziele vollst\u00e4ndig, allerdings aus ganz unterschiedlichen Gr\u00fcnden, ergibt eine neue, von der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung gef\u00f6rderte Studie. So ist die F\u00f6rderung von Sozialwohnungen grunds\u00e4tzlich wirksam, um eine bezahlbare Wohnraumversorgung zu erreichen, schlie\u00dflich erh\u00f6ht dieses Instrument direkt das Wohnraumangebot. Als problematisch sehen die Forscher die Befristungen der F\u00f6rderprogramme an, weil sie dem Aufbau eines dauerhaft leistbaren Wohnungsbestandes entgegenstehen.<\/p>\n<p>Zudem ist das aktuelle F\u00f6rdervolumen nach gut zwei Jahrzehnten Flaute im \u00f6ffentlichen Wohnungsbau viel zu niedrig, zeigen die Studienautoren, Stadtsoziologen an der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin. In den zehn gr\u00f6\u00dften deutschen St\u00e4dten, in denen die Wohnungsnot besonders ausgepr\u00e4gt ist, w\u00fcrde es beispielsweise beim aktuellen F\u00f6rderumfang rund 185 Jahre dauern, um die aktuelle L\u00fccke an g\u00fcnstigen Wohnungen zu schlie\u00dfen. Die Mietpreisbremse wiederum ist bislang durch zahlreiche Ausnahmen und praktische Defizite in ihrer Wirkung beschr\u00e4nkt. W\u00fcrde sie konsequent angewandt und kontrolliert, m\u00fcssten Vermieter im Durchschnitt der 44 Gro\u00dfst\u00e4dte mit Mietpreisbremse ihre Aufschl\u00e4ge bei Neuvermietung um 17 Prozent reduzieren.<\/p>\n<p>Damit k\u00f6nnte sie immerhin f\u00fcr viele Mittelschichthaushalte eine sp\u00fcrbare Entlastung bringen. Am wenigsten soziale Wirkung attestieren die Wissenschaftler dem Wohngeld: Es erreicht nur relativ wenige Haushalte, die zudem oft trotzdem noch eine prek\u00e4r hohe Mietbelastungsquote aufweisen. Zudem hat es keine direkte d\u00e4mpfende Wirkung auf die Mietentwicklung.<\/p>\n<p><strong>5,6 Millionen Gro\u00dfstadthaushalte, in denen 8,6 Millionen Menschen leben, m\u00fcssen mindestens 30 Prozent ihres Einkommens f\u00fcrs Wohnen ausgeben<\/strong><\/p>\n<p>In ihrer Studie analysieren Dr. Andrej Holm, Stephan Junker und Kevin Neitzel anhand von detaillierten Mikrozensus-Daten f\u00fcr alle 77 deutschen Gro\u00dfst\u00e4dte, wie die wohnungspolitischen Instrumente angesichts der aktuellen Probleme wirken. In k\u00fcrzlich vorgestellten, ebenfalls B\u00f6ckler-gef\u00f6rderten Vorl\u00e4uferstudien hatten sie errechnet, dass in den Gro\u00dfst\u00e4dten rund 1,9 Millionen g\u00fcnstige Wohnungen fehlen.<\/p>\n<p>Besonders gro\u00df ist die Versorgungsl\u00fccke bei Alleinlebenden an oder unter der Armutsgrenze von 60 Prozent des mittleren (Median-)Einkommens, die maximal eine Nettokaltmiete von 5 Euro pro Quadratmeter bezahlen k\u00f6nnen. Doch auch jenseits des harten Kerns der Wohnungsnot m\u00fcssen viele Menschen gro\u00dfe finanzielle Lasten schultern: Insgesamt gaben bereits 2014, dem aktuellsten Jahr, aus dem dazu Mikrozensus-Daten vorliegen, rund 40 Prozent der Gro\u00dfstadthaushalte mindestens 30 Prozent ihres Nettoeinkommens f\u00fcr Miete und Nebenkosten \u2013 ohne Heizung \u2013 aus. 30 Prozent Wohnkosten gelten unter Sozialwissenschaftlern und Immobilienexperten gerade f\u00fcr Mieter mit kleinen Einkommen als Belastungsgrenze, weil sonst zu wenig Geld f\u00fcr Alltagsausgaben bleibt. In den betroffenen Haushalten leben etwa 8,6 Millionen Menschen.<\/p>\n<p><strong>\u201eInstrumente neu gewichten\u201c \u2013 mehr Geld f\u00fcr soziale und gemeinn\u00fctzige Wohnf\u00f6rderung<\/strong><\/p>\n<p>Gemessen an diesen Problemen leisteten die untersuchten drei Hauptinstrumente der Wohnungspolitik in den deutschen Gro\u00dfst\u00e4dten heute \u201enur einen sehr eingeschr\u00e4nkten Beitrag f\u00fcr die Versorgung der Haushalte mit den gr\u00f6\u00dften sozialen Wohnversorgungsbedarfen\u201c, konstatieren die Forscher. Das liege wesentlich an einer problematischen Gewichtung, bei der das Instrument mit dem gr\u00f6\u00dften Potenzial \u2013 der Aufbau eines ausreichend gro\u00dfen, dauerhaft preisged\u00e4mpften Wohnungsbestands wie es ihn beispielsweise in Wien gebe \u2013 mit vergleichsweise wenig Geld ausgestattet sei, erkl\u00e4rt Stadtsoziologe Holm: Derzeit flie\u00dfen in den sozialen Wohnungsbau deutschlandweit rund zwei Milliarden Euro pro Jahr. Ebenso viel wird f\u00fcr das Wohngeld ausgegeben. F\u00fcr die \u00dcbernahme von Wohnkosten im Rahmen von Hartz-IV-Leistungen gibt der Staat bundesweit gleichzeitig etwa 15 Milliarden Euro aus.<\/p>\n<p>\u201eDie \u00f6ffentliche Hand \u00fcbernimmt damit f\u00fcr rund 17 Milliarden Euro im Jahr Ausfallb\u00fcrgschaften auf einem hei\u00df laufenden Markt. Das Geld flie\u00dft zum gro\u00dfen Teil an kommerziell agierende Vermieter. Man kann das als eine Wirtschaftsf\u00f6rderung verstehen, die immobilienwirtschaftliche Ertr\u00e4ge unabh\u00e4ngig von der Nachfrage und Einkommenssituation erm\u00f6glicht. Hier wird der sonst so gepriesene Marktmechanismus einseitig zu Gunsten privater Vermieter manipuliert. Sinnvoller w\u00e4re eine verst\u00e4rkte \u00f6ffentliche Investition in den Aufbau von dauerhaft leistbaren Wohnungsbest\u00e4nden\u201c, sagt der Forscher.<\/p>\n<p>Um eine soziale Wohnungsversorgung sicher zu stellen, ist nach Analyse der Wissenschaftler der langfristige Aufbau von dauerhaft mietpreis- und belegungsgebundenen Wohnungsbest\u00e4nden sowie ein konsequenter Schutz von Bestandsmietverh\u00e4ltnissen notwendig. Neben dem Beispiel \u00d6sterreich zeigten auch die aktuellen Diskussionen zu einer neuen Wohnungsgemeinn\u00fctzigkeit in Deutschland, dass es realisierbare Ans\u00e4tze daf\u00fcr gebe. Wesentliche Faktoren seien eine St\u00e4rkung gemeinn\u00fctziger Vermieter sowie ein Mix von steuerlichen Beg\u00fcnstigungen, klassischer F\u00f6rderung und einer preisg\u00fcnstigen Vergabe von \u00f6ffentlichen Grundst\u00fccken in Erbbaupacht.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse im Detail:<\/p>\n<p><strong>Wohngeld: Nur wenige werden erreicht<\/strong><\/p>\n<p>Wohngeld ist daf\u00fcr konzipiert zu verhindern, dass Haushalte nur wegen ihrer Mietkosten auf Hartz IV angewiesen sind. Dieses Ziel wird laut der Studie aber auf zwei Ebenen verfehlt. Zum einen beziehen es relativ wenige Haushalte. Zum zweiten werden diese zwar sp\u00fcrbar entlastet, sie m\u00fcssen aber auch mit Wohngeld im Mittel mehr als 40 Prozent ihres Nettoeinkommens f\u00fcrs Wohnen ausgeben. Bei den Single-Haushalten mit geringem Einkommen liegt der Median sogar bei mehr als 50 Prozent. Damit helfe das Wohngeld zwar dabei, \u00fcberhaupt eine Wohnung anmieten zu k\u00f6nnen. Es sichere aber \u201eeher die Marktteilnahme als eine tats\u00e4chlich soziale Wohnungsversorgung.\u201c<\/p>\n<p>In den untersuchten deutschen Gro\u00dfst\u00e4dten erhielten im Untersuchungsjahr 2014 knapp 163.000 Haushalte Wohngeld, das entspricht gerade einmal 1,2 Prozent aller Gro\u00dfstadthaushalte, haben die Forscher errechnet. Lediglich in sieben der untersuchten 77 Gro\u00dfst\u00e4dte beziehen zwei Prozent oder mehr Wohngeld. An der Spitze stehen mit 2,4 bis 2,9 Prozent Leipzig, Kassel und Jena. In den vier deutschen Millionenst\u00e4dten reicht die Wohngeldquote von 0,7 Prozent in M\u00fcnchen bis 1,5 Prozent in Hamburg. Dagegen \u00fcbernahm bei mehr als einer Million oder 7,7 Prozent aller Gro\u00dfstadthaushalte der Staat ganz oder teilweise die \u201eKosten der Unterkunft\u201c (KdU) im Rahmen von Hartz IV.<\/p>\n<p>Dass das Wohngeld nur eine geringe Rolle spielt, erkl\u00e4ren die Wissenschaftler mit relativ engen Miet- und Einkommensgrenzen. Die seien zwar bei der Wohngeldreform 2016 erweitert worden. \u201eAn der marginalen Bedeutung\u201c im Vergleich zu den KdU-\u00dcbernahmen habe die Novelle jedoch wenig ge\u00e4ndert, schreiben Holm und seine Ko-Forscher. Damit gelangten etliche Haushalte durch hohe Wohnkosten doch in das Hartz-IV-System. \u201eF\u00fcr die Betroffenen bedeutet das: mehr B\u00fcrokratie, st\u00e4rkere Restriktionen\u201c, sagt Holm.<\/p>\n<p><strong>Mietpreisbremse: Bei konsequenter Anwendung sp\u00fcrbare Entlastung f\u00fcr Durchschnittsverdiener<\/strong><\/p>\n<p>44 der untersuchten 77 Gro\u00dfst\u00e4dte haben die Mietpreisbremse eingef\u00fchrt, weil der lokale Wohnungsmarkt als angespannt gilt. Verschiedene Studien haben dem Instrument lediglich eine begrenzte Wirkung attestiert \u2013 vor allem, weil bislang zahlreiche Ausnahmen gelten und Neu-Mieter aktiv Informationen \u00fcber die bislang gezahlte Miete einfordern mussten. Holm, Junker und Neitzel untersuchen nun, welches Potenzial die Bremse bei konsequenter Anwendung und Kontrolle entfalten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Dabei zeigt sich: In kr\u00e4ftig wachsenden Trendst\u00e4dten k\u00f6nnte der Mietanstieg bei Neuvermietungen erheblich gekappt werden. In Metropolen wie Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main oder M\u00fcnchen m\u00fcssten die Vermieter ihre Aufschl\u00e4ge bei Einzug um 22 bis 29 Prozent reduzieren. An gefragten Studienorten wie Freiburg, Heidelberg oder Jena liegt das Potenzial sogar bei 28 bis 37 Prozent. Im Durchschnitt aller St\u00e4dte mit Mitpreisbremse betr\u00e4gt es immerhin 17 Prozent.<\/p>\n<p>F\u00fcr Haushalte mit durchschnittlichen bis etwas \u00fcberdurchschnittlichen Einkommen w\u00fcrde eine wirksame Mietpreisbremse so eine sp\u00fcrbare Entlastung bei Umz\u00fcgen bringen, zeigen die Forscher: Aktuell muss man in 38 Gro\u00dfst\u00e4dten ein Einkommen oberhalb des bundesweiten Medians haben, um bei Zahlung der mittleren lokalen Angebotsmiete die 30-Prozent-Grenze nicht zu \u00fcberschreiten. In Hamburg, Freiburg oder Stuttgart m\u00fcssen daf\u00fcr sogar mindestens 130 Prozent verdient werden, in Frankfurt 150 und in M\u00fcnchen fast 170 Prozent. W\u00fcrde die Mietpreisbremse konsequent angewendet, s\u00e4nke die Zahl der St\u00e4dte, in denen mindestens das Bundesmedianeinkommen f\u00fcr eine Neuanmietung n\u00f6tig w\u00e4re, auf 16. Haushalte mit Einkommen unterhalb von 80 Prozent des Medians w\u00fcrde der preisd\u00e4mpfende Effekt dagegen nicht erreichen, weil sie sich auch die gekappten Mieten nicht leisten k\u00f6nnten, betonen die Wissenschaftler. Dass die Mietpreisbremse nun nachgebessert werde, sei daher ein Fortschritt, werde die Situation in den am st\u00e4rksten von Wohnungsknappheit betroffenen Gruppen aber nicht nennenswert verbessern.<\/p>\n<p><strong>Sozialer Wohnungsbau: Sinnvoll, aber viel zu wenig<\/strong><\/p>\n<p>Dem sozialen Wohnungsbau attestieren die Forscher \u201eeine wichtige Funktion f\u00fcr die allgemeine Entspannung der Versorgungssituation vor allem in St\u00e4dten mit angespannten Wohnungsm\u00e4rkten&#8220;. Die F\u00f6rderprogramme seien aber trotz einer Ausweitung in den vergangenen Jahren viel zu klein dimensioniert, kritisieren sie. Da die Wohnungsbauf\u00f6rderung seit Ende der 1990er Jahre drastisch zur\u00fcckgefahren wurde, gebe es einen gro\u00dfen R\u00fcckstand. Das wirke sich insbesondere in den Metropolen drastisch aus: Im Untersuchungsjahr 2014 wurden laut Studie in Deutschland gerade einmal 12.617 gef\u00f6rderte Wohnungen mit Sozialbindung neu gebaut. Auf die zehn gr\u00f6\u00dften St\u00e4dte von Berlin bis Bremen entfielen davon 4.700.<\/p>\n<p>Da die Forscher f\u00fcr diese Metropolen ein Defizit von rund 880.000 g\u00fcnstigen Wohnungen errechnet haben, w\u00fcrde es bei Beibehaltung des F\u00f6rdervolumens grob gerechnet gut 185 Jahre dauern, diese L\u00fccke durch neu gebaute Sozialwohnungen zu schlie\u00dfen. Zwar hat sich der Neubau von Sozialwohnungen bis 2016 bundesweit auf rund 25.000 verdoppelt, der L\u00fcckenschluss in den Gro\u00dfst\u00e4dten k\u00f6nnte also auf den ersten Blick schneller erfolgen. Da Sozialwohnungen im g\u00e4ngigen F\u00f6rdermodell aber nach meist 20 Jahren aus der Mietpreisbindung fallen, gibt es auch Abg\u00e4nge &#8211; 2016 waren das mit bundesweit etwa 90.000 mehr als dreimal so viele wie neu gebaut wurden.<\/p>\n<p>Nicht nur bei der Zahl der Neubauten erweist sich das bisherige F\u00f6rdervolumen nach Analyse der Wissenschaftler als zu klein. Auch die abh\u00e4ngig von der F\u00f6rderung festgeschriebenen Sozialmieten seien oft zu hoch, um f\u00fcr die Haushalte mit den gr\u00f6\u00dften Wohnproblemen bezahlbar zu sein. Als bundesweiten Medianwert f\u00fcr die Miete in einer neuen Sozialwohnung haben Holm und seine Kollegen 6,07 Euro pro Quadratmeter nettokalt ermittelt, was einer Bruttowarmmiete von rund 8,70 Euro entspricht. F\u00fcr Haushalte unter oder an der Armutsgrenze sei das zu viel, wenn die 30-Prozent-Belastungsgrenze nicht deutlich \u00fcberschritten werden soll.<\/p>\n<p>Zwar finden sich in den F\u00f6rderrichtlinien in Bayern, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, dem Saarland oder Brandenburg auch Einstiegsmieten unter 5 Euro. Doch insbesondere Sozialmieten f\u00fcr kleine Wohnungen in vielen Gro\u00dfst\u00e4dten d\u00fcrften eher am oder \u00fcber dem Median liegen, sch\u00e4tzen die Wissenschaftler. Daf\u00fcr spricht auch, dass die Einstiegsmieten f\u00fcr neue Sozialwohnungen in den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg erst bei 6 Euro nettokalt beginnen.<\/p>\n<p>Von den Mieth\u00f6hen her erreiche der soziale Wohnungsbau damit zwar \u201eein breites Spektrum\u201c von Haushalten mit niedrigen und mittleren Einkommen zwischen 65 und gut 110 Prozent des bundesweiten Medians, schreiben die Forscher. Allerdings kann die geringe Zahl der gef\u00f6rderten Wohnungen den hohen Bedarf bei weitem nicht decken. Und: \u201eF\u00fcr die Haushalte unterhalb der Armutsgrenze, die den gr\u00f6\u00dften Versorgungsbedarf haben, sind die Mieten im gef\u00f6rderten Wohnungsbau \u00fcberwiegend zu teuer.\u201c<\/p>\n<p><strong>Hintergrund: Die in der Studie verwendeten Einkommensabgrenzungen<\/strong><\/p>\n<p>Als Ma\u00df f\u00fcr die finanzielle Leistungsf\u00e4higkeit von Haushalten rechnen die Forscher mit dem verf\u00fcgbaren Netto-Einkommen auf Basis des repr\u00e4sentativen Mikrozensus von 2014. Die Einkommen sind \u201ebedarfsadjustiert\u201c, das hei\u00dft, dass sich Haushalte unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe direkt vergleichen lassen. Das verf\u00fcgbare mittlere (Median-)Einkommen f\u00fcr einen Einpersonenhaushalt betr\u00e4gt danach 1.484 Euro netto monatlich, bei Haushalten mit 2, 3 und 4 Personen sind es 2.226, 2.968 bzw. 3.710 Euro.<\/p>\n<p>Die Armutsgrenze liegt nach g\u00e4ngiger wissenschaftlicher Definition bei 60 Prozent des Medianeinkommens. Das entspricht 890 Euro monatlich bei einem Single-Haushalt. Bei Haushalten mit 2, 3 und 4 Personen sind es 1.336, 1.781 bzw. 2.226 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr Leipzig fehlen 46.101 leistbare Wohnungen, dies ist das Ergebnis einer Studie im Auftrag der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung. Hier die Zusammenfassung: Wie wirken Mietpreisbremse, Sozialer Wohnungsbau, Wohngeld? 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